Sattelservice

für Westernsättel

Jedes Pferd verdient einen passenden Sattel

 

Leider hält sich das Vorurteil hartnäckig, bei Westernsätteln sei eine exakte Anpassung des Sattels an den Pferderücken nicht nötig. Durch die wuchtigen Skirts werden Passformmängel häufig übersehen und es ist schwer zu erkennen, wo der Sattelbaum tatsächlich auf dem Pferderücken zu liegen kommt. Aus diesem Grund ist es unabdingbar, die Sattelpassform regelmäßig vom Fachmann überprüfen zu lassen. Hierfür ist sowohl eine ausgiebige Beurteilung des Pferdes notwendig, wie auch die Begutachtung des Sattels mit und ohne Reiter. Hierbei sollten neben der physischen Verfassung des Pferdes auch der Ausbildungsstand von Pferd UND Reiter berücksichtigt werden.

Bei der Beurteilung des Sattels müssen grundsätzlich einige Punkte beachtet werden. Hierzu gehören natürlich die Länge des Sattels und die des Sattelbaums, der Schwung des Baumes und die Winkelung der Bars. Außerdem sollten die Wirbelsäulenfreiheit, die Widerristfreiheit und die Gurtungsposition kontrolliert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Schwerpunkt des Sattels und dessen Lage in der Bewegung.

Die Sache mit dem Sattelbaum…

Einige dieser Punkte lassen sich vor Ort gut beurteilen. Zum Beispiel sieht der Fachmann sofort, ob die Skirts zu lang sind.  Doch viel wichtiger als die Länge der Skirts ist die Länge des Sattelbaumes. Allerdings wird diese  häufig von den Skirts verdeckt und ist so schwer zu beurteilen. Auch ist es fast unmöglich die Winkelung der Bars genau zu beurteilen. Hierfür bräuchte man schon einen Röntgenblick, um durch das Leder bis auf den Baum und auf den Pferderücken zu schauen. Um also exakt bestimmen zu können, ob der Sattel passt, ist es meiner Meinung nach notwendig, den Sattel auseinander zu bauen. Nur so ist eine exakte Beurteilung des Sattelbaumes und somit auch der Passform möglich.

Wann ist ein Besuch des Sattlers dringend erforderlich?

Es gibt zahlreiche Hinweise dafür, dass ein Sattel nicht zum Pferd und/oder Reiter passt. Bei folgenden Auffälligkeiten sollte eine Überprüfung des Sattels vorgenommen werden: 

  • Weiße Stellen im Fell, die während der Nutzung des Sattels entstanden sind 
  • punktuell trockene Stellen in der Sattelanlage, wenn das restliche Fell nass geschwitzt ist
  • Athrophien der durchs Reitergewicht belasteten Muskeln
  • Überempfindlichkeit des Pferderückens z.B. beim Putzen
  • Anzeichen von Unwohlsein beim Satteln (z.B. Ohren anlegen, Schnappen, Schweifschlagen, Ausweichen usw.)
  • Anzeichen von Unwohlsein während des Reiten, die trotz Ausschluss anderer Ursachen nicht besser werden (z.B. Schweifschlagen, Kopfschlagen, Zähne knirschen, Bocken, Steigen usw.)
  • Rittigkeitsprobleme, die trotz regelmäßigen Training und Ausschluss anderer Ursachen nicht besser werden (z.B. fehlende Durchlässigkeit, Verweigern gegen Reiterhilfen, mangelhafte Hinterhandaktivität, Probleme in den Seitengängen usw.)

Aber auch wenn dein Pferd keine dieser Auffälligkeiten zeigt, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass dein Sattel passt. 

 

 

 

Ablauf Sattelservice

Zunächst schaue ich mir dein Pferd im Stand und in der Bewegung an, um einen Blick auf dessen anatomischen Gegebenheiten zu werfen. Hierbei zeigen sich oft schon mögliche „Problemstellen“, wie zum Beispiel ein sehr hoher Widerrist, ein starkes Schulterblatt, dass weit nach hinten rotiert, oder Muskelathrophien, durch die der Sattel nicht richtig zum liegen kommt.

Anschließend beurteile ich den Sattel auf dem Pferderücken im Stand. Ich schau mir an, wo dessen Schwerpunkt liegt, ob eine starke Hohllage vorhanden ist, inwieweit er die Schulter beeinträchtigen könnte und ob die Gurtungsposition passt.

Danach fertige ich bei Bedarf eine Messlehre vom Pferderücken an. Hierzu verwende ich ein Messgitter, dass an den Pferderücken angepasst wird. So kann ich quasi den Rücken deines Pferdes (im Stand) mit in meine Werkstatt nehmen.

Anschließend bitte ich, mir dein Pferd unter dem Sattel vorzustellen. So kann ich zum Beispiel gut erkennen, ob der Sattel zum Reiter passt, ob er rutscht, das Pferd in der Schulter einengt oder in die Rückenmuskeln drückt. Außerdem sehe ich, wie weit du und dein Pferd ausgebildet seid und welche Ansprüche du an dein Pferd stellst.

Nun kann ich dir meist schon eine ungefähre Einschätzung geben, ob der Sattel passen könnte, oder ob eine Anpassung aufgrund schwerer Passformmängel nicht möglich ist oder sich nicht lohnen würde, weil der Sattel nicht zu deinen anatomischen Begebenheiten passt.

Um dir genau sagen zu können, ob der Sattel wirklich gut passt und ihn bei Bedarf auf dein Pferd anzupassen, nehme ich den Sattel und die Messlehre von deinem Pferd mit in die Werkstatt. Hier baue ich den Sattel auseinander und prüfe dann, ob die Winkelung, der Schwung und die Länge des Sattelbaumes wirklich zu deinem Pferd passen. Sollte der Sattel ein wenig zu weit sein und oder hohl liegen, also zu wenig Schwung haben, bringe ich Keile auf dem Baum an, die ich dann genau an den Rücken deines Pferdes anpasse. Ist der Sattel zu eng, besteht die Möglichkeit, die Fork zu tauschen. Wenn der Sattel abgeändert ist, baue ich ihn wieder zusammen und wir vereinbaren einen zweiten Termin zum Probereiten. Abschließend überprüfe ich erneut die Passform. Nur selten ist eine erneute Abänderung notwendig. Meistens spürt der Reiter sofort einen Unterschied, weil sein Pferd plötzlich raumgreifendere Bewegungen zeigt oder es ihm leichter fällt sich zu biegen oder unterzutreten. Das ist immer wieder ein toller Moment, der allen Beteiligten zeigt, wie wichtig und unerlässlich ein passender Sattel ist!

 

 

Kontrolle des Zubehörs

Nicht nur der Sattel muss passen, auch das Zubehör muss auf die Bedürfnisse von Pferd und Reiter abgestimmt werden. Darum beurteile ich neben der Sattelpassform auf Wunsch auch die restliche Ausrüstung: von Sattelgurt, über Pad, zu Kopfstück und Gebiss. 

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Du bist dir unsicher, ob dein Sattel passt?